Leseprobe
Prolog

Sie hatte es tatsächlich gewagt. Es war wirklich geschehen. Jeder hatte gemunkelt, sie würde es tun und jetzt war es soweit.

Sie hatte es veröffentlicht.

Ihm wurde schlecht, wenn er nur daran dachte. An die Details, die Lügen, die der Wahrheit so nah waren, die Tatsachen. Unzählige hässliche Erfindungen, die alles in den Dreck zogen. Den Ruf verunreinigten. Die erbarmungslose Gewissheit zum Vorschein brachten. Seine Geschichte.

Er legte die Zeitung zur Seite, doch in seinem Augenwinkel konnte er immer noch ihr grausam freundliches Lächeln erkennen. Dieses zufriedene und stolze Strahlen derjenigen, die etwas Außergewöhnliches geschafft haben. Er hasste ihre Visage. Ein eingebildetes Frauenzimmer, das meinte, es sei besser als alle anderen. Und die Veröffentlichung ihres Buches war jetzt natürlich auch noch eine Bestätigung dafür.

Seine Hand zitterte, als er sich einen weiteren Kaffee einschenkte. Das heiße Gebräu kleckerte an beiden Seiten der Tasse herunter. Und alles nur wegen ihr!

Er nahm ein Handtuch und wischte notdürftig um die Tasse herum. Sein Kopf wurde feuerrot vor Wut. Nein, man darf nicht alles auf sich sitzen lassen!

Er würde etwas tun müssen. Etwas, das so grausam war wie ihr tolles Buch mit den bösen Geschichten darin.

Sein Kiefer schmerzte, weil er, seit er den Artikel entdeckt hatte, die Zähne zusammenbiss. Jetzt entspannte er ihn langsam und ließ auch seine Fäuste wieder frei. Seine Fingernägel hatten tiefe Rillen in die Haut geschnitten.

Es wird etwas passieren. Oh ja, das wird es. Er würde einen Weg finden, um sich an ihr zu rächen.

Langsam atmete er tief ein und sah durch das Küchenfenster auf die Vögel, die auf dem frisch gemähten Rasen nach Käfern und anderen Insekten suchten. Das Blut begann in seinen Adern zu pulsieren und er wusste, was das bedeutete. Hitze durchströmte ihn. Wie Feuer. Sein Körper hatte eine gespannte Haltung eingenommen, die tiefes Verlangen ausdrückte und er wusste, was jetzt zu tun war. Er kannte dieses Gefühl genau.

Eilig trat er aus der Tür heraus.

Er musste etwas töten.